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Computer & Technik

Wie Google die EU-Kommission narrt

Der Suchmaschinenriese sieht sich derzeit mehr als 50 unabhängigen Kartellverfahren gegenüber. Quelle: AP
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Der Suchmaschinenriese sieht sich derzeit mehr als 50 unabhängigen Kartellverfahren gegenüber.Der Suchmaschinen-Riese sieht sich derzeit allein in den mit mehr als 50 unabhängige Kartellverfahren konfrontiert. Quelle: AP

Düsseldorfer Konkurrenten können es kaum fassen: Google hat beschlossen, seinen Konkurrenten neuen Schaden zuzufügen, schrieb der Begründer der Internet-Suchmaschine Ecosia in einem Blog-Beitrag.

Mit einer Geldbuße von mehreren Milliarden Euro haben sich die EU-Wettbewerbsbehörden im vergangenen Jahr verpflichtet, Google weitere Suchmaschinen für Android-Nutzer zugänglich zu machen. Das Unternehmen löst das Problem nun auf seine Weise und zahlt es.

Google kann als Monopolist auftreten. Insbesondere mit seinem Android-Betriebssystem hat es eine enorme Leistung.

Da Google Nutzer mit seinen eigenen Diensten verknüpfte, hatte die EU-Kommission bereits 2019 eine Geldbuße von 4,34 Milliarden Euro verhängt.

Die erzwungene Öffnung des Systems wird jedoch den meisten Wettbewerbern nicht helfen. Und das gibt den Benutzern auch keine echte Option.

Die Hüter des Wettbewerbs sollten dies noch mehr provozieren. Alleine in den USA gibt es derzeit mehr als 50 unabhängige Kartellverfahren gegen den Konzern.

Zukünftig können Android-Nutzer bei der Konfiguration ihrer Smartphones und Tablets aus mehreren Standardsuchmaschinen wählen. Neben Google werden drei Alternativen angezeigt.

Google hat soeben die Plätze an die Höchstbietenden bei Auktionen vergeben. Abgerechnet wird pro Nutzer, der sich für eine andere Option als Google entscheidet.

Was sie bezahlen, ist unbekannt.
Die Gewinner der Auktion werden für drei Monate angezeigt.

Google hat soeben stillschweigend die Liste der Gewinner veröffentlicht, die Android-Nutzer in der EU von März bis Ende Juni sehen werden. Dann beginnt eine neue Auktion.

Das Ergebnis ist überraschend: Neben der auf Datenschutz ausgerichteten Suchmaschine DuckDuckGo hat info.com die Versteigerung von Plätzen für alle EU-Länder gewonnen.

Bisher hat die Suchmaschine keinen relevanten Marktanteil und zeigt den Nutzern eine Kombination von Ergebnissen aus anderen Suchmaschinen, einschließlich Google.

Dahinter verbirgt sich die System1 Group, ein kalifornisches Marketingunternehmen, das wie Google mit Daten Geld verdient.

Die dritte Option ist GMX für deutsche, österreichische und niederländische Benutzer. Es kann jedoch kein alternatives Angebot sein: GMX zeigt wiederum nur Google-Ergebnisse an.

Die Microsoft Bing-Suchmaschine wird nur als Option für Benutzer in Großbritannien angezeigt. Andere Suchmaschinen, die einzelne Länder versteigert haben, sind Yandex, Qwant, PrivacyWall und Seznam.

Hausfelds Partner, Thomas Höppner, der unter anderem die Interessen von Qwant vertritt, ist mit der Lösung völlig unzufrieden.

Die Android-Auswahlpalette bietet Verbrauchern keine echte Option. “Den Nutzern werden nur wenige verfügbare Anbieter ohne Grund angezeigt”, sagt Höppner.

Während Google auf einem der vier verfügbaren Spielautomaten eingerichtet ist, müssen Wettbewerber wetten.

Jeder Anbieter, der dort nicht angezeigt wird, ist für Benutzer praktisch unsichtbar. “Sie sind gezwungen, an der katastrophalen Auktion teilzunehmen, wenn sie sichtbar bleiben wollen”, sagt Höppner.

Nach der ersten Auktion haben die Gewinner nun vier Monate Zeit, um ihre Sicherheit zu planen.

Dann beginnt die Einstiegspreiswette erneut, obwohl die Wettbewerber jetzt wissen, dass sie mehr Geld als in der ersten Runde anbieten müssen, um eine Chance zu haben.

Am Ende jeder Auktion wird das Gebot des Bieters für alle Auktionsgewinner ermittelt. Dies gibt Ihnen zumindest einen informativen Vorteil.

Die EU-Kommission könnte der Ansicht sein, dass die Reaktion auf ihre Entscheidung im vergangenen Jahr unzureichend war.

“Qwant und andere haben bereits auf die Ineffizienz des Mechanismus hingewiesen und werden nun weitere Beweise dafür liefern”, sagte Thomas Höppner vom Handelsblatt.

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